EnEV 2016 – verschärfte Anforderungen an die Energieeffizienz

Die Bauinnung Amberg erklärt, worauf es bei Neubauten nach der aktuell gültigen EnEV 2016 ankommt.


Die Dämmung der Gebäudehülle spielt eine wichtige Rolle, um die Vorgaben der EnEV 2016 zu erfüllen. Wer clever ist, setzt aber auch auf energieeffiziente Anlagentechnik.

Wer neu baut, muss sich bereits seit mehr als zehn Jahren mit der Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, auseinandersetzen. Diese regelt, wie viel Energie ein neu errichtetes Gebäude maximal verbrauchen darf.

„Seit dem 1. Januar 2016 wurden die energetischen Anforderungen für Neubauten noch einmal verschärft“, erklärt Wolfgang Hummel, Obermeister der Bauinnung Amberg. „Diese erhöhten gesetzlichen Auflagen waren der nächste Schritt auf dem Weg zum sogenannten Niedrigstenergiegebäude, das ab dem Jahr 2021 in ganz Europa zum Standard werden soll.“

Was sich für Bauherren konkret geändert hat, hat die Bauinnung Amberg zusammengefasst.

Regenerative Heiztechnik gefragt
Am 1. Januar 2016 stiegen die Anforderungen an den Wärmeschutz von Wohngebäuden: Mit einer verbesserten Dämmung müssen jetzt die Energieverluste über die Gebäudehülle um 20 Prozent reduziert werden. Zudem wurde der zulässige Primärenergiebedarf zum Heizen, Lüften, Kühlen und für die Warmwasserbereitung um 25 Prozent gesenkt.

„Diese Vorgabe kann problemlos durch die Verwendung von regenerativen Heiztechniken erfüllt werden“, weiß Wolfgang Hummel von der Bauinnung Amberg.

Beispiel Wärmepumpen
Wärmepumpen nutzen zur Wärmeerzeugung größtenteils die kostenlose Umweltenergie aus dem Erdreich, Grundwasser oder der Luft. Nur etwa ein Viertel muss als Strom hinzugefügt werden. Die Wärmepumpe arbeitet vor Ort emissionsfrei und kann bei Nutzung von Öko-Strom sogar schon heute zu 100 Prozent mit regenerativen Energien betrieben werden. Wer auf die Wärmepumpentechnologie setzt, profitiert auch von einer weiteren Neuerung: Dann sinkt der Primärenergiefaktor für Strom von 2,4 auf 1,8. Dieser Wert beschreibt das Verhältnis von der eingesetzten Primärenergie zur abgegebenen Endenergie. Je stärker der Anteil regenerativer Energie am Strommix wächst, desto niedriger ist der Primärenergiefaktor. Daher werden Wärmepumpen im Laufe der Zeit automatisch nicht nur immer klimafreundlicher, sondern auch immer effizienter.

Solarenergie mit einbeziehen
Die Nutzung der Sonnenenergie als Photovoltaik oder Solarthermie wirkt sich ebenfalls positiv auf die Energiebilanz eines Hauses aus. Während die Dämmung eine passive Maßnahme ist, die den Energieverlust möglichst klein hält, ist die Nutzung der Solarenergie eine aktive Maßnahme, die Energie gewinnt.

Wer ist von den neuen Auflagen betroffen?
Die Vorgaben der EnEV müssen grundsätzlich von allen Bauherren eingehalten werden, die entweder den Bauantrag oder die Bauanzeige bei der zuständigen Behörde einreichen. Auch bei nicht genehmigungspflichtigen Bauvorhaben, beispielsweise Gartenlauben, greift die verschärfte EnEV. Betroffen sind also alle zukünftigen Bauvorhaben.

Extra-Tipp:

Die Adressen aller Innungsbetriebe der Bauinnung Amberg finden Sie auf www.bauinnung-amberg.de

Übrigens: Die Kosten für die moderne Heiztechnik oder Dämmung müssen Bauherren nicht unbedingt allein tragen. Bund, Länder, Gemeinden und andere Anbieter unterstützen die effizienten Baumaß­nahmen mit zahlreichen Förderprogrammen. Hier lohnt sich die Nachfrage beim Innungsfachbetrieb.

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